NMN & NAD+

Was ist NMN (Nicotinamid-Mononukleotid)?

Das Wichtigste in Kürze

  • NMN ist kein Vitamin. Der Körper stellt es selbst her, unter anderem aus Nicotinamid.
  • NMN und NAD⁺ sind nicht dasselbe: NMN ist die Vorstufe, NAD⁺ das Coenzym, dazwischen liegt das Enzym NMNAT.
  • NAD⁺ wird in der Zelle nicht nur als Elektronenträger genutzt, sondern von Sirtuinen und PARPs auch verbraucht. Deshalb muss die Zelle es laufend nachbilden.
  • Der mit dem Alter gemessene Rückgang des NAD⁺-Spiegels ist eine Beobachtung. Ein gesundheitlicher Nutzen einer NMN-Zufuhr ist beim Menschen nicht belegt.
Was ist NMN? Das Molekül erklärt: NMN wird durch das Enzym NMNAT zu NAD⁺, einem Coenzym in fast jeder Zelle.
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist NMN?
  2. Was ist NAD⁺ und welche Rolle spielt es in der Zelle?
  3. Wie hängen NMN und NAD⁺ zusammen?
  4. Was sind Sirtuine und was haben sie mit NAD⁺ zu tun?
  5. Warum wird NAD⁺ mit dem Alter in Verbindung gebracht?
  6. Kommt NMN natürlich vor?
  7. Was ist über NMN beim Menschen bekannt und was nicht?
  8. Wie ist NMN in Deutschland rechtlich eingeordnet?

Kurz gesagt: NMN steht für Nicotinamid-Mononukleotid, ein Nukleotid aus dem Stoffwechsel des Coenzyms NAD⁺. Es besteht aus Nicotinamid, einem Ribose-Zucker und einer Phosphatgruppe. Im Körper wird NMN durch das Enzym NMNAT in NAD⁺ umgewandelt und ist damit dessen direkte Vorstufe. In der EU ist NMN als neuartiges Lebensmittel eingestuft und als Lebensmittel nicht zugelassen.

Hinweis zum Status: NMN ist in der EU als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) eingestuft und derzeit nicht als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel zugelassen. Dieser Beitrag ordnet die Biochemie ein. Er ist keine Verzehr- und keine Gesundheitsempfehlung.

Was ist NMN?

NMN (Nicotinamid-Mononukleotid) ist ein körpereigenes Nukleotid und die direkte Vorstufe des Coenzyms NAD⁺. Es besteht aus Nicotinamid, dem Zucker Ribose und einer Phosphatgruppe. In der Zelle wandelt das Enzym NMNAT NMN in NAD⁺ um, das am Energiestoffwechsel, an der DNA-Reparatur und an Zellsignalen beteiligt ist.

Die Abkürzung steht für Nicotinamid-Mononukleotid, in der biologisch relevanten Form genauer für β-Nicotinamid-Mononukleotid. Die Summenformel lautet C11H15N2O8P, die molare Masse beträgt 334,22 g/mol.

Die drei Bausteine sind Nicotinamid, ein Ribose-Zucker und eine Phosphatgruppe. Nicotinamid ist eine der beiden Formen von Vitamin B3, die andere ist Nicotinsäure. Beide zusammen werden als Niacin bezeichnet. Deshalb wird NMN in der Literatur häufig als Derivat von Vitamin B3 beschrieben.

Auf Verpackungen und in Studien steht meist „β-NMN“ statt nur NMN. Das β bezeichnet die räumliche Anordnung am Ribose-Ring. Es gibt auch eine α-Form, biologisch relevant ist aber die β-Form, und nur diese ist gemeint, wenn in der Forschung von NMN die Rede ist.

Für die Einordnung ist ein Punkt wichtig: NMN ist trotzdem kein Vitamin. Vitamine sind Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann und über die Nahrung aufnehmen muss. NMN bildet der Körper selbst. Die für Niacin zugelassenen Nährstoffaussagen, etwa zum normalen Energiestoffwechsel, gelten für Niacin und lassen sich nicht auf NMN übertragen.

Strukturformel von Nicotinamid-Mononukleotid (NMN)

Was ist NAD⁺ und welche Rolle spielt es in der Zelle?

NAD⁺ (Nicotinamidadenindinukleotid) ist ein Coenzym, das in nahezu allen Zellen vorkommt. Coenzyme sind Hilfsmoleküle, ohne die bestimmte Enzyme ihre Reaktion nicht ausführen können. NAD⁺ hat dabei zwei getrennte Rollen, und dieser Unterschied erklärt einen großen Teil des Themas.

In der ersten Rolle ist NAD⁺ ein Elektronenträger. Es nimmt bei Abbaureaktionen Elektronen auf, wird dabei zu NADH und gibt sie in der Atmungskette wieder ab. Hier wird NAD⁺ nicht verbraucht, sondern laufend zwischen beiden Formen hin- und hergeschaltet. Das ist der Teil, der in Lehrbüchern unter Energiestoffwechsel steht.

Daher kommt auch die Schreibweise mit dem Pluszeichen. NAD⁺ ist die oxidierte Form, bei der der Nicotinamid-Ring eine positive Ladung trägt. NADH ist die reduzierte Form, die die aufgenommenen Elektronen mitführt. Gemeint ist dasselbe Molekül in zwei Zuständen, nicht zwei verschiedene Stoffe.

In der zweiten Rolle ist NAD⁺ selbst Ausgangsstoff einer Reaktion und wird dabei gespalten. Enzyme, die das tun, sind unter anderem die Sirtuine, die Poly-ADP-Ribose-Polymerasen (PARPs) sowie die Ektoenzyme CD38 und CD157. Sie zerlegen NAD⁺ und setzen dabei Nicotinamid frei. Weil NAD⁺ hier tatsächlich aufgebraucht wird, muss die Zelle es fortlaufend neu aufbauen. Der Nachschub dafür läuft über NMN.

Drei Bereiche, an denen das Coenzym NAD+ in der Zelle beteiligt ist: Energiestoffwechsel, DNA-Reparatur und die Enzymfamilie der Sirtuine.

Diese Beschreibung betrifft die Biologie des Coenzyms. Sie ist keine Aussage über die Wirkung eines Produkts.

Wie hängen NMN und NAD⁺ zusammen?

NMN ist die direkte Vorstufe von NAD⁺. Zwischen beiden liegt genau ein Enzymschritt: Die NMN-Adenylyltransferasen, kurz NMNAT, hängen an NMN einen Adenosin-Baustein an, und daraus entsteht NAD⁺. Beim Menschen gibt es davon drei Varianten, NMNAT1 bis NMNAT3.

Der Schritt davor erklärt, woher das NMN im Körper stammt. Das beim NAD⁺-Abbau freigesetzte Nicotinamid wird mit einem Zuckerphosphat (PRPP) wieder zu NMN verknüpft. Zuständig dafür ist das Enzym Nicotinamid-Phosphoribosyltransferase (NAMPT), und dieser Schritt ist der geschwindigkeitsbestimmende des Wegs. Der Kreislauf aus Abbau zu Nicotinamid und Wiederaufbau über NMN heißt Salvage-Pathway, auf Deutsch Wiederverwertungsweg. Er deckt den größten Teil des zellulären NAD⁺-Bedarfs (Darstellung des Stoffwechselwegs nach Mills et al., Cell Metabolism, 2016).

Schema: NMN, ein Nukleotid aus Nicotinamid, Ribose und Phosphat, wird durch das Enzym NMNAT in das Coenzym NAD+ umgewandelt.

Die verwandte Vorstufe Nicotinamid-Ribosid (NR) speist denselben Weg, muss dafür aber zuerst durch Nicotinamid-Ribosid-Kinasen zu NMN phosphoryliert werden. NR steht also einen Schritt weiter von NAD⁺ entfernt als NMN. Worin sich die beiden Stoffe sonst unterscheiden, behandelt ein eigener Beitrag: NMN vs. NR.

Was sind Sirtuine und was haben sie mit NAD⁺ zu tun?

Sirtuine sind eine Familie von Enzymen, die NAD⁺ für ihre Arbeit benötigen und dabei verbrauchen. Beim Menschen sind es sieben, bezeichnet als SIRT1 bis SIRT7. Sie sitzen in unterschiedlichen Bereichen der Zelle, unter anderem im Zellkern und in den Mitochondrien (Gertler und Cohen, Biogerontology, 2013).

Chemisch entfernen Sirtuine Acylgruppen von Proteinen, sie sind also NAD⁺-abhängige Deacylasen. In der Zellbiologie werden ihnen unter anderem diese Aufgaben zugeordnet:

  • DNA-Reparatur: Beteiligung an der Erkennung und Reparatur von DNA-Schäden.
  • Stoffwechselregulation: Anpassung von Stoffwechselwegen, etwa bei Nahrungsmangel oder Belastung.
  • Genregulation: Einfluss auf die Aktivität bestimmter Gene über Veränderungen an Histonen.
  • Zelluläre Stressantwort: Beteiligung an Signalwegen, mit denen Zellen auf Stress reagieren.

Der Zusammenhang zu NAD⁺ ist damit ein direkter: Sirtuine arbeiten nur, solange NAD⁺ verfügbar ist. Das ist einer der Gründe, warum die Altersforschung den NAD⁺-Spiegel überhaupt betrachtet. Beschrieben ist hier Enzymbiologie, nicht die Wirkung einer Einnahme.

Warum wird NAD⁺ mit dem Alter in Verbindung gebracht?

Weil in mehreren Geweben ein Rückgang des NAD⁺-Gehalts mit steigendem Lebensalter gemessen wurde. Übersichtsarbeiten nennen dafür unter anderem Bauchspeicheldrüse, Fettgewebe, Skelettmuskel, Leber, Haut und Gehirn, in Untersuchungen an Nagetieren wie am Menschen.

Eine der Arbeiten am menschlichen Gewebe untersuchte 2012 Hautproben von 49 Personen im Alter von 0 bis 77 Jahren. Der NAD⁺-Gehalt nahm bei männlichen wie weiblichen Proben mit steigendem Alter ab. Der Anstieg des NAD⁺-verbrauchenden Enzyms PARP und dessen gegenläufiger Zusammenhang mit dem NAD⁺-Gehalt zeigten sich dagegen deutlich nur in den männlichen Proben (Massudi et al., PLOS ONE, 2012). Die Autoren leiten daraus die Hypothese ab, dass angesammelte DNA-Schäden PARP stark beanspruchen und dabei NAD⁺ verbraucht wird.

Hier ist eine klare Grenze wichtig. Ein Messwert, der mit dem Alter sinkt, ist eine Beobachtung und keine Ursache-Wirkungs-Kette. Aus dieser Korrelation folgt weder, dass der Rückgang Beschwerden verursacht, noch dass ein höherer NAD⁺-Spiegel beim Menschen einen gesundheitlichen Nutzen hätte. Beides ist offen und Gegenstand von Grundlagenforschung.

Kommt NMN natürlich vor?

Ja, auf zwei Wegen. Der mengenmäßig wichtigere ist der körpereigene: Zellen bilden NMN laufend selbst über den oben beschriebenen Salvage-Pathway. Der zweite Weg ist die Nahrung, dort allerdings in sehr kleinen Mengen.

Eine Untersuchung aus dem Jahr 2016 hat den NMN-Gehalt einiger Lebensmittel gemessen. Edamame (unreife Sojabohnen), Brokkoli, Gurke und Kohl lagen zwischen 0,25 und 1,88 mg je 100 g. Avocado und Tomate lagen zwischen 0,26 und 1,60 mg je 100 g. Rohes Rindfleisch und rohe Garnelen enthielten mit 0,06 bis 0,42 mg je 100 g die niedrigsten gemessenen Werte (Mills et al., Cell Metabolism, 2016).

Gemessener NMN-Gehalt je 100 Gramm Lebensmittel: Edamame, Brokkoli, Gurke und Kohl 0,25 bis 1,88 mg, Avocado und Tomate 0,26 bis 1,60 mg, rohes Rindfleisch und rohe Garnelen 0,06 bis 0,42 mg.

Diese Zahlen beschreiben, was analytisch in Lebensmitteln gefunden wurde. Sie sagen nichts darüber aus, welche Menge davon im Körper ankommt oder was sie dort bewirkt.

Was ist über NMN beim Menschen bekannt und was nicht?

Bekannt ist vor allem, wie NMN nach oraler Gabe verstoffwechselt wird und wie es in kurzen Studien vertragen wurde. Nicht belegt ist ein gesundheitlicher Nutzen für gesunde Menschen.

Die veröffentlichten Humanstudien sind klein und kurz. Sie messen überwiegend die Verträglichkeit und den NAD⁺-Spiegel im Blut, und dieser Spiegel ist ein Biomarker, kein Nachweis eines gesundheitlichen Nutzens. Alle zentralen Humanstudien in einer Timeline, die Sicherheitsdaten und die Frage der Finanzierung bündelt der Beitrag NMN in der Forschung.

Wie ist NMN in Deutschland rechtlich eingeordnet?

NMN gilt in der EU als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) und steht nicht auf der Unionsliste der zugelassenen neuartigen Lebensmittel. Als Lebensmittel oder Nahrungsergänzungsmittel ist es in Deutschland damit nicht zugelassen. Die EFSA hat 2026 eine positive Sicherheitsbewertung abgegeben, der dafür nötige Rechtsakt der EU-Kommission steht aber noch aus.

Was das im Einzelnen bedeutet, wer wofür zuständig ist und wie sich der Status von dem in anderen Ländern unterscheidet, behandelt der Rechtsstatus-Artikel: Ist NMN in Deutschland legal?

Weiterführend: Wie sich die Qualität eines NMN-Pulvers an Reinheit, Laborbericht und Rohstoff ablesen lässt, zeigt der Beitrag NMN-Qualität erkennen. Den Rechtsstatus in Deutschland fasst die Übersicht NMN in Deutschland zusammen. Ein NMN-Pulver, dessen Prüfbericht je Charge öffentlich einsehbar ist, ist das NMN-Pulver von LIFETIME.

Quellen und Studien
Primärquellen, zuletzt geprüft am 27. Juli 2026.

  • Gertler AA, Cohen HY. SIRT6, a protein with many faces. Biogerontology. 2013;14(6):629-39. doi:10.1007/s10522-013-9478-8
  • Irie J, Inagaki E, Fujita M, et al. Effect of oral administration of nicotinamide mononucleotide on clinical parameters and nicotinamide metabolite levels in healthy Japanese men. Endocrine Journal. 2020;67(2):153-160. doi:10.1507/endocrj.EJ19-0313
  • Liao B, Zhao Y, Wang D, et al. Nicotinamide mononucleotide supplementation enhances aerobic capacity in amateur runners: a randomized, double-blind study. Journal of the International Society of Sports Nutrition. 2021;18(1):54. doi:10.1186/s12970-021-00442-4
  • Massudi H, Grant R, Braidy N, et al. Age-associated changes in oxidative stress and NAD+ metabolism in human tissue. PLOS ONE. 2012;7(7):e42357. doi:10.1371/journal.pone.0042357
  • Mills KF, Yoshida S, Stein LR, et al. Long-term administration of nicotinamide mononucleotide mitigates age-associated physiological decline in mice. Cell Metabolism. 2016;24(6):795-806. doi:10.1016/j.cmet.2016.09.013
  • Pencina KM, Valderrabano R, Wipper B, et al. Nicotinamide adenine dinucleotide augmentation in overweight or obese middle-aged and older adults: a physiologic study. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism. 2023;108(8):1968-1980. doi:10.1210/clinem/dgad027
  • Rajman L, Chwalek K, Sinclair DA. Therapeutic potential of NAD-boosting molecules: the in vivo evidence. Cell Metabolism. 2018;27(3):529-547. doi:10.1016/j.cmet.2018.02.011
  • Yi L, Maier AB, Tao R, et al. The efficacy and safety of β-nicotinamide mononucleotide (NMN) supplementation in healthy middle-aged adults. GeroScience. 2023;45(1):29-43. doi:10.1007/s11357-022-00705-1
  • Yoshino M, Yoshino J, Kayser BD, et al. Nicotinamide mononucleotide increases muscle insulin sensitivity in prediabetic women. Science. 2021;372(6547):1224-1229. doi:10.1126/science.abe9985

Dieser Artikel hat informativen Charakter und gibt den Wissensstand zum Aktualisierungsdatum wieder. Er stellt keine gesundheitsbezogene Aussage im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 und keine Verzehrempfehlung dar.

Häufige Fragen zu NMN und NAD⁺

Nein. Vitamine sind Stoffe, die der Körper nicht selbst herstellen kann und über die Nahrung aufnehmen muss. NMN bildet der Körper selbst, unter anderem aus Nicotinamid. NMN ist ein Nukleotid und enthält mit Nicotinamid lediglich einen Baustein, der zur Vitamin-B3-Gruppe gehört.

NMN steht für Nicotinamid-Mononukleotid. In der biologisch relevanten Form wird es als β-Nicotinamid-Mononukleotid bezeichnet. Die Summenformel lautet C11H15N2O8P, die molare Masse beträgt 334,22 g/mol.

NMN ist die direkte Vorstufe, NAD⁺ das fertige Coenzym. Zwischen beiden liegt ein Enzymschritt: Die NMN-Adenylyltransferasen NMNAT1 bis NMNAT3 hängen an NMN einen Adenosin-Baustein an, dabei entsteht NAD⁺.

NAD⁺ hat zwei Rollen. Als Elektronenträger ist es an den Redoxreaktionen des Energiestoffwechsels beteiligt und wird dabei zwischen NAD⁺ und NADH umgeschaltet, nicht verbraucht. Daneben ist es Ausgangsstoff für Enzyme wie Sirtuine, PARPs und CD38, die es spalten und dabei aufbrauchen. Das beschreibt die Biologie des Coenzyms, nicht die Wirkung eines Produkts.

In Messungen aus dem Jahr 2016 enthielten Edamame, Brokkoli, Gurke und Kohl 0,25 bis 1,88 mg NMN je 100 g, Avocado und Tomate 0,26 bis 1,60 mg je 100 g sowie rohes Rindfleisch und rohe Garnelen 0,06 bis 0,42 mg je 100 g. Das sind sehr kleine Mengen. Den größeren Teil bildet der Körper selbst.

Nein. Vitamin B3, auch Niacin genannt, ist ein Sammelbegriff für zwei Formen: Nicotinsäure und Nicotinamid. Nicotinamid ist einer der drei Bausteine von NMN, NMN selbst ist aber ein anderes, größeres Molekül. Die für Niacin zugelassenen Nährstoffaussagen gelten deshalb nicht für NMN.

In veröffentlichten Humanstudien wurde NMN in Dosierungen von 100 bis 2.000 mg pro Tag über Zeiträume von bis zu zwölf Wochen untersucht. Die Autoren berichten von guter Verträglichkeit ohne schwerwiegende Nebenwirkungen. Langzeitdaten am Menschen fehlen jedoch. Die vollständige Studienlage inklusive Sicherheitsdaten zeigt der Beitrag NMN in der Forschung. Das beschreibt die Studienlage, keine Verzehr- oder Gesundheitsempfehlung.

NMN gilt in der EU als neuartiges Lebensmittel (Novel Food), weil es vor Mai 1997 nicht in nennenswertem Umfang verzehrt wurde. Solche Stoffe brauchen eine Zulassung samt EFSA-Sicherheitsbewertung, bevor sie als Lebensmittel verkauft werden dürfen. Mehrere Anträge für β-NMN durchlaufen dieses Verfahren derzeit. Wie das Verfahren abläuft, erklärt der Beitrag zum Novel-Food-Verfahren der EFSA.